Der Jainismus ist eine weitgehend vom Hinduismus abgeleitete Religion, der in Indien heute knapp 5 Mio. Menschen
angehoeren. Von den insgesamt 24 Propheten der Jains gruendete
erst der letzte namens Vardhamana Mahavira
diese asketische Religion, etwa um 500 v. Chr.
Wie es heißt, wurde Mahavira
von einer Hindu-Frau, einer Brahmanin, empfangen,
dann aber auf die Fuerstin Trishala uebertragen,
und schliesslich vollendet von Indra auf die
Welt gelassen.
Mahavira (was soviel bedeutet
wie "grosser
Held") schloss sich erst spaet einem Kreis von Asketen
an und erlangte mit 43 Jahren schliesslich die Erleuchtung.
Durch sein asketisches Leben, seine Lebenseinstellung und
seinen Einfluß auf die Ordensregeln hinterliess er insbesondere
grossen Einfluss auf die Fuersten und Landesfuehrer. Erst
lange nach seinem Tote - er starb mit 72 Jahren - wurden
seine Worte und Taten niedergeschrieben, die nun zur gelebten
Religion wurden...
Ein sog. Oberhaupt gibt es
bei den Jains nicht. Jedoch unterscheiden sich die Jains
heute in 2 große
Gruppen:
- die Weissgekleideten (Shvetambaras),
die durchweg weisse Kleidung tragen
- die sog. Luftgekleideten
(Digambaras), die gar keine Kleidung tragen, also nackt
leben.
Während man den Shvetambaras
zumeist in Nord-Indien begegnet, findet man die Digambaras
vornehmlich im Süden Indiens.
Die Götter der
Jains sind im Gegensatz zu fast allen sonst bekannten
Religionen nicht
unsterblich, und sie haben auch nicht die Welt bzw.
das Universum erschaffen. Die höchsten Autoritäten
hingegen sind die Heiligen, also die Prädiger
des gegenwärtigen Weltlebens. Von ihnen gibt es 24.
Ziel eines jeden Gläubigen
ist es, durch Enthaltsamkeit, Meditation, Selbstdisziplin
und auch durch
Askese dem Kreis der Wiedergeburten zu entkommen und ins
Nirvana einzugehen. Diese geistige Erlösung
(Moksha) geht zurück auf 2 grundlegende Einflußfaktoren:
1. Jiva: alles immaterielle geistige Gut
2. Ajiva: alles materielle nicht geistige Gut
Wer es schafft, dass das Ajiva
die Seele nicht mehr beeinflußt, der hält am Ende
eine reine Seele
und geht damit ins ersehnte Nirvana ein. Bisher ist dies
aber nur wenigen der 24 Heiligen gelungen, und so erscheint
das höchste erreichbare Ziel eines Gläubigen der Einzug
in den Himmel zu sein. Um das zu erreichen, wird dem
Gläubigen
neben den bereits genannten disziplinarischen Auflagen
v.a. ein Gebot auferlegt: der unbedingte Schutz
alles Lebens.
So wird man immer wieder auf
Jains treffen, die Früchte behutsam öffnen, um ja kein
Tier versehentlich
zu essen, den Weg vor sich säubern (lassen), um kein Tier
zu zertreten, oder aber nur das einfache Füttern von
Tieren
aller Arten (Tauben, Hunde, sogar Ratten).
Diese Art des Lebens hat aber
auch einen bedeutenden Einfluss auf den Beruf, denn
Fleischer, Bauer
oder Strassenarbeiter können sie nicht werden. Dem zur
Folge haben die Jains einen eher höheren Stellenwert
in der
Gesellschaft,
und sie belegen häufig die Position des Angestellten
oder eines Kaufmanns.
Jain'sche Kunst religiöser
Bauwerke finden sich v.a.:
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Aihole (Karnataka), Zentrum
des frueheren westlichen Chalukyas |
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Hoehlentempel
von Ellora, 5 Stück an der Zahl (Maharastra) |
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Tempelstadt in Palitana
(Gujarat) |
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Sravanabelagola (Karnataka) |
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Badami (Karnataka),
Zentrum des früheren westlichen Chalukyas |
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Pattadakal
(Karnataka), Zentrum des früheren westlichen Chalukyas |
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Sravana Belgola (Karnataka) |
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Mudabidri (Karnataka) |
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Velor (Karnataka) |
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Kankal (Karnataka) |