Sport

Die Inder selbst bringen sportlichen Aktivitäten nur wenig Begeisterung entgegen. Wenn man bedenkt, dass in Indien viele Menschen gezwungenermaßen durch harte körperliche Arbeit ihren Lebensunterhalt verdienen, ist es verständlich, dass es als Luxus gilt, sich nicht körperlich verausgaben zu müssen. Dazu kommt, dass in vielen Regionen das tropisch-heiße Klima größere Anstrengungen erschwert. Daher verfolgen die meisten Inder sportliche Ereignisse lieber am Bildschirm, statt selbst aktiv zu sein. Besonderer Beliebtheit erfreut sich dabei Kricket. Reisende, die ein wenig Ahnung von dem Spiel haben, können beim Fachsimpeln leicht ungezwungene Kontakte zu Einheimischen knüpfen.
Die sportlichen Freizeitaktivitäten, die in Indien angeboten werden, richten sich vor allem an Touristen. Somit gibt es vor allem Outdoor-Aktivitäten, welche die Möglichkeit bieten, gleichzeitig aktiv zu sein und das Land zu erkunden.
Insbesondere Wanderer und Trekking-Freunde kommen in Indien auf ihre Kosten. Das Himalaya-Gebirge gilt als eines der faszinierendsten Wandergebiete der Welt. Bergsteiger und erprobte Wanderer können bei mehrtägigen Exkursionen die majestätische Berglandschaft erkunden, aber auch leichte Touren lassen sich auf den Hochalmen unternehmen. Besonders beliebte Regionen sind Ladakh, das Kullu-Tal und Darjeeling. Es wird allerdings geraten, nicht alleine loszuziehen, sondern sich einem erfahrenen Wanderführer anzuvertrauen, da die Gefahr sehr groß ist, sich in dem unwegsamen Gelände zu verirren. Seriöse Trekking-Agenturen finden sich in allen touristisch erschlossenen Ausgangsorten wie Leh, Dharamsala oder Darjeeling. Wer vorab einen Bergsteigerkurs belegen will, kann dies beispielsweise in Dharamsala, Darjeeling oder Uttarkashi tun.
In Südindien bietet sich für ausgedehnte Wander- und Trekkingtouren insbesondere das Nilgiri-Gebirge an, das sich über Kerala und Tamil Nadu erstreckt.
Eine weitere Möglichkeit, Indien auf sportliche Weise zu erkunden, sind Fahrradtouren und Ausritte zu Pferd. Abseits der städtischen Ballungszentren finden sich insbesondere in den für Touristen attraktiven Orten vielfach Fahrradverleihe und Reitställe.
Die Flüsse im Vorhimalaya sind zudem beliebte Rafting-Reviere, da man dort herausfordernde Wildwasserfahrten erleben und gleichzeitig eine beeindruckende Landschaft entdecken kann. Geeignete Ausgangsorte für geführte Rafting-Touren sind unter anderem Manali, Leh und Rishikesh.
In Südindien können Sportbegeisterte sich beim Tauchen oder Schnorcheln austoben. Die schönsten Unterwasserparadiese findet man vor den Andamen und vor den Lakkadiven. Beide Inselgruppen sind umgeben von ausgedehnten Korallenriffen und verfügen über sanfte Lagunen, klares Wasser und eine vielfältige Meereswelt. Insbesondere die Lakkadiven sind jedoch für Touristen nur schwer zugänglich, da man als Ausländer eine Sondergenehmigung benötigt, um die Inseln zu bereisen. Eine Ausnahme bildet die Insel Bangaram, die für den internationalen Fremdenverkehr geöffnet ist. Wer keine lange und umständliche Anreise in Kauf nehmen will, kann auch in Goa Tauchen und Schnorcheln. In fast allen Ferienorten an Goas Stränden werden Tauchkurse angeboten, sodass auch Anfänger die faszinierende Welt der Korallenriffe kennenlernen können.