Sehenswürdigkeiten

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Insbesondere für kulturell Interessierte ist Indien ein Paradies: Das Land hat eine faszinierende Tradition, die noch immer lebendig ist, und verfügt über eindrucksvolle Bauwerke.
Zu den Höhepunkten einer Indien-Reise gehören daher die Besuche in Tempeln, deren Stil ausgesprochen vielfältig ist, sodass es immer Neues zu entdecken gibt. Prägend für die nordindische Bauweise ist das wuchtige, aus mehreren bienenstockförmigen Türmen bestehende Dach, welches der Form eines Gebirges nachempfunden ist. Dieser Stil lässt sich ausgezeichnet an den Tempeln in Khajuraho beobachten. Die südindischen Tempel hingegen besitzen riesige pyramidenförmige Tempeltürme und der Tempelbezirk umfasst oft ganze Stadtteile, wie es in der Tempelstadt Madurai der Fall ist. Von besonderer Baukunst zeugen die monolithischen Tempel wie beispielsweise der Kailasha-Tempel in Ellora, die nicht Stein für Stein errichtet wurden, sondern bei denen ein monolithisches Felsstück durch Steinmetzarbeiten zu einem Tempel ausgestaltet wurde.

Für einen Tempelbesuch sollte man viel Zeit einplanen. Die detailreich gestalteten Fassaden laden zum ausgiebigen Betrachten ein, und insbesondere in beliebten Pilgerorten wie Madurai in Südindien oder Varanasi in Nordindien bietet sich die Gelegenheit, Gläubige bei ihren Ritualen zu beobachten und so einen Einblick in die hinduistische Kultur zu gewinnen.
Neben hinduistischen Tempeln finden sich in Nord- und Zentralindien auch buddhistische Bauwerke. Zu den ältesten Monumenten zählen die Stupas in Sanchi, die teilweise aus dem 3. Jahrhundert vor Christus stammen. Aus der Epoche von 600 – 800 nach Christus stammen die buddhistischen Höhlentempel und –klöster in Ellora. Im Himalaya-Gebirge, wo der Buddhismus noch immer praktiziert wird, kann man zahlreiche kleinere Heiligtümer entdecken und Einblicke in das aktive buddhistische Klosterleben gewinnen.
Von der Pracht und dem Reichtum der indischen Herrscher zeugen imposante, üppig geschmückte Paläste, Festungen und Mausoleen. Viele dieser Bauwerke scheinen direkt aus einem Märchen aus „Tausendundeine Nacht“ zu entstammen. Die Bauten der Mogulherrscher sind aus weißem Marmor, verfügen über weitläufige Gärten und strahlen durch die geometrische Gestaltung Strenge und Macht aus. Das bekannteste Bauwerk dieser Art ist das Taj Mahal in Agra. Im Gegensatz dazu wirken die aus rotem Sandstein gefertigten Bauten der 

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Rajputenherrscher mit ihren zahlreichen Erkern, Balkonen und Pavillons verspielt und verschwenderisch, wie man am Palast der Winde in Jaipur sehen kann. Mischformen wie das Humayun-Mausoleum in Delhi zeugen von der allmählichen Verschmelzung dieser beiden architektonischen Stile.
Besonders faszinierend und verträumt wirken die Wasserpaläste, beispielsweise der Jal Mahal Palast in Jaipur oder der Jag Niwas Palast in Udaipur.
Auch aus der Kolonialzeit sind zahlreiche interessante Bauwerke erhalten, beispielsweise das Victoria Memorial in Kalkutta, das Gateway to India in Bombay oder die im portugiesischen Stil erbauten Kirchen in Goa.
File 1569Neben kulturellen Highlights hat Indien auch eindrucksvolle Naturschätze zu bieten. Besonders beliebt sind die kilometerlangen palmengesäumten Traumstrände in Goa und die Backwaters in Kerala, ein labyrinthartiges Netz von Flüssen und Kanälen, das sich zwischen Kochi, Kottayam und Kollam durch eine tropisch-üppige Landschaft zieht. Ein vollkommen anderes Landschaftsbild bietet sich im majestätischen Himalaya-Gebirge, das insbesondere für Wanderer und Trekking-Freunde ein Anziehungspunkt ist. In Naturreservaten, beispielsweise dem Bannerghatta National Park oder dem Kaziranga National Park, lassen sich zahlreiche einheimische Tiere wie Tiger, Lippenbären, Nashörner oder Elefanten beobachten. 

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Doch mögen die Sehenswürdigkeiten in Indien noch so bemerkenswert sein - für viele Urlauber bestehen die Höhepunkte ihrer Indien-Reise in kleinen, alltäglichen Erlebnissen. Ein Vormittag auf einem quirligen Basar, ein Abend auf einem kleinen Tempelfest, herzliche Plaudereien im Bus und original indische Mahlzeiten in winzigen Garküchen bleiben oft nachhaltiger in Erinnerung als jede Besichtigung. Wer also nur von Touristenattraktion zu Touristenattraktion eilt und sich über die langen, beschwerlichen Wege zwischen den einzelnen Sehenswürdigkeiten ärgert, verpasst das größte Highlight einer Indien-Reise, nämlich das Flair des Alltagslebens.