Party

Partys, Disconächte und Kneipentouren sind den meisten Indern und vor allem Inderinnen fremd. Die Menschen in Indien gründen üblicherweise schon jung eine Familie, sodass ihnen für ausschweifende Feiern fortan keine Zeit bleibt. Dazu kommt, dass Alkohol bei großen Teilen der Bevölkerung verpönt ist, dass es für junge Frauen als unsittlich gilt, alleine auszugehen, und dass die strenge Trennung zwischen den Kasten und zwischen den Geschlechtern ein geselliges Miteinander erschwert. Soziale Kontakte pflegt man in Indien stattdessen bei nachbarschaftlichen Schwätzchen, innerhalb der Großfamilien und bei Tempelfesten, die zwar oft bis tief in die Nacht dauern, aber die keineswegs den westlichen Vorstellungen von einer ausgelassenen Party entsprechen. Lediglich in Großstädten wie Delhi, Kalkutta und Bombay orientiert sich die junge Mittel- und Oberschicht zunehmend am westlichen Lebensstil und ist somit auch nächtlichen Partyvergnügen nicht abgeneigt.
Insbesondere Bombay, Indiens Filmmetropole, ist bekannt für seine glamouröse Partyszene. Bevorzugt trifft sich der In-Crowd in den luxuriösen Stadtvierteln Juhu und Bandra, aber auch Chowpatta Beach und Colaba Causeway stehen hoch im Kurs. Da durchaus die Chance besteht, bei einem Streifzug durch die schicken Clubs und Discos einem Bollywood-Filmstar zu begegnen und ein Autogramm als besonderes Reisesouvenir zu ergattern, sollten Block und Stift in keiner Handtasche fehlen. Doch Achtung – in den meisten Clubs und Discos herrscht ein strenger Dresscode. Elegante Kleidung ist angesagt, Nachtschwärmer in lässigen Klamotten werden nicht eingelassen.
In Delhi, Indiens Hauptstadt, ist das Nachtleben zwar nicht ganz so spektakulär wie in Bombay, doch auch dort gibt es insbesondere in der Gegend um den Connaught Place zahlreiche Bars und Discos. Der Dresscode ist üblicherweise „smart casual“ – schicke Alltagskleidung ist okay, aber Shorts, Flip-Flops oder gar zerrissene Kleidung werden nicht toleriert. Da Alkohol in Delhi hoch besteuert ist, sind Drinks nicht gerade günstig.
In Kalkutta, Indiens Hochburg der Künstler, locken abends vor allem Live-Konzerte. Insbesondere in der Park Street finden in vielen Bars Konzerte statt. Wer danach noch weiterfeiern möchte, findet in der Gegend um Park Street, Sudder Street und Chowrinhee Road (auch: Nehru Road) dazu reichlich Möglichkeiten.
Auch in anderen größeren Städten, in denen viele junge Inder aus der Ober- und Mittelschicht arbeiten, wie beispielsweise der Softwaremetropole Bangalore, gibt es Clubs, Discos, Bars und Lounges.
Abseits der Großstädte konzentriert sich das Nachtleben auf Luxushotels und Strandbars. Wer dort hofft, beim Feiern Kontakte zu Einheimischen zu knüpfen, wird allerdings meist enttäuscht, denn die Touristen bleiben auf Partys üblicherweise unter sich.
Unter jungen Backpackern gilt vor allem Goa als legendäre Party-Hochburg. Seit des Indien-Booms in der Hippie-Zeit ist der südindische Bundesstaat bekannt für seine nächtelangen Strandpartys, bei denen Reisende aus aller Welt zu psychedelischer Trance-Musik tanzen und neue Freundschaften schließen. Auch heute noch herrscht insbesondere an den Stränden nördlich der Hauptstadt Panaji (auch: Panjim), die von Fort Aguada bis Arambol reichen, Festival-Atmosphäre. Zahlreiche Bars sowie Discos mit DJs und Live-Musik locken Nachtschwärmer an. Wer ausgiebig feiern will, ist vor allem in Anjuna, Vagator und Baga genau richtig. Etwas geruhsamer geht es an den südlichen Stränden zwischen Margao und Palolem Beach zu.
Da es inzwischen in Goa verboten ist, nachts im Freien laute Musik abzuspielen, verlagern sich die Partys ab 22 Uhr ins Innere der Discos. Während der Hochsaison im Dezember wird dieses Gesetz allerdings recht großzügig ausgelegt, sodass man weiterhin am Strand die Nacht durchtanzen kann. Wer auch in anderen Monaten nicht auf die Party unterm Sternenhimmel verzichten möchte, sollte in Baga feiern, denn dort gibt es das ganze Jahr über keine Sperrstunde.