Staedte in Indien








Flüge nach Indien







 

 

 

 
Annekdoten und mehr...
theSilkHouse


Indien ist ein Land voller Gegensätze und es geschehen täglich, ja fast stündlich Dinge, die man nicht im Entferntesten vermutet hätte, kleine wie große. Wir möchten auf diesen Seiten nur einige der Geschichtchen aufführen, die wir selbst erlebt haben, oder aber die uns zugeschickt wurden.
First Coffee - first toast?

Madurai: wir sitzen morgens in einem Restaurant und möchten in aller Gemütsruhe frühstücken. So kommt auch nach kurzer Zeit der Kellner und fragt uns nach unseren Wünschen. Da es keine Menü-Karte gibt, bestellen wir frei nach Gefühl das, was es eigentlich fast überall hier gibt: Toast mit Marmelade und einer Tasse Kaffee. Das scheint auch kein Problem zu sein, denn der Kellner neigt zustimmend den Kopf und verschwindet. Nach etwa 5 Minuten kommt er etwas verdrossen wieder, schaukelt den Kopf und fragt "excuse me, Sir, what you want first, first coffee, first toast?". Nun, die Frage verwirrte uns ein wenig, wir antworteten aber, dass wir gerne beides gleichzeitig hätten. Leicht verständnislos verschwindet der Kellner mit den Worten "no problem, Sir". Etwa 5 weitere Minuten später erscheint sein Chef bei uns, schaukelt ebenfalls seinen Kopf und fragt uns die gleiche Frage: "excuse me, Sir, what you want first, first coffee, first toast?". Wir sagten ihm die gleiche Antwort, nämlich, dass wir gerne beides gleichzeitig hätten. Der Chef dampfte ab, mit den gleichen Worten "no problem, Sir...".
Nun war uns klar, dass wir sicher alles andere erwarten konnten, als dass Toast, Marmelade und Kaffee zusammenkommen würden, und so staunten wir nicht schlecht, als eben genau das geschah. Verständnislos...

 

 

Beim Postamt
Ich wollte unbedingt noch eine Postkarte, an der mir viel lag, in die USA abschicken. So ging ich im Laufe des Vormittags zum Postamt und stellte mich in eine der vielen Schlangen. Nach etwa 20 Minuten kam ich dran und bat um "stamps for international mail, please". Erstaunt erfuhr ich jedoch, dass ich mich doch bitte am Schalter 3 anstellen möge - er sei für internationale Post zuständig. Das tat ich und wartete dort weitere 15 Minuten, bis ich zum Zuge kam. Zu meinem erneuten Erstaunen sagte man mir dort, dass Schalter 1 die Briefmarken verkaufe, nicht jedoch Schalter 3. Nun, dass man in Indien Geduld braucht, das steht in jedem Reiseführer, ich war nun aber wirklich etwas genervt. Trotz meiner Beschwerden - ich tat dies gründlich - musste ich mich erneut an Schalter 1 anstellen, was diesmal gottlob nur 5 Minuten dauerte. Endlich an der Reihe, bedauerten sie, sie würden jedoch nur Briefmarken für nationale Post, nicht für internationale Post verkaufen. Nun wirklich außer mir wurde ich so wütend, dass Schalter 1 nicht drum herum kam, sich mit Schalter 3 in Verbindung zu setzen und zu besprechen, wie das Problem zu lösen sei. Man kam schließlich zu dem Entschluss, dass Schalter 3, die ja für internationale Post zuständig sind, auch Briefmarken für die internationale Post verkaufen würden - jedenfalls für meinen "speziellen" Fall. Nur keinen weiteren Stress aufkommen lassen. So stellte ich mich also erneut in die recht kurze Schlange am Schalter 3 - man wurde denken es ginge auch anders. Als ich jedoch an der Reihe war, es gab keine Diskussion - fiel pünktlich auf die Sekunde die Pappe vor die Schalterscheibe und es gab eine Stunde Mittagspause.
Als ich pünktlich 1h später als 2. vor Schalter 3 stand, musste ich bei Öffnung der Schalter feststellen, dass völlig neue Bedienstete hinter den Schaltern saßen. Ich machte auf dem Punkt eine Wendung und ging in die nächste Telefonzelle, um den Brief wortwörtlich per Telefon vorzulesen. Das ging bedeutend schneller...
Wäscherei

In Madras zogen wir für 4 Tage in ein 4-Sterne Hotel ein, und da wir uns sehr schmutzig fühlten, gaben wir unser Kleidung zur Reinigung, die am Folgetag wieder da sein sollte. Das jedenfalls behauptete das Hotel. So fragten wir auch am kommenden Mittag nach der Wäsche, und man bestätigte uns "oh, no problem Sir, tomorrow - no problem - tomorrow". Nun, wir hatten ja noch 2 Tage und so fragten wir am Folgetag erneut nach dem Verbleib der Wäsche. Und wieder die Antwort "no problem Sir, tomorrow". Wir versicherten dem Zimmerservice, daß wir mogen abfahren würden, und er antwortete "no problem sir - tomorrow". Nun wurde es unseres Empfinden nach etwas knapp werden, aber richtig Einfluß nehmen konnten wir nicht. An unserem Abfahrtstag geschah nun genau das gleiche, wie auch anders zu erwarten: "no problem sir - tomorrow...". Nun war uns langsam klar, daß es ein wirkliches Problem gab. Wir gingen nun kurzerhand an die Rezeption, bedankten uns für die nette Unterkunft und beteuerten, daß wir alles ok fanden, aber leider nicht zahlen werden, da die Wäsche nach 3 Tagen nicht da sei. Es dauerte keine 7 Minuten, da klofte es an der Tür, und siehe da - der Wäschesack mit der gewaschenen Wäsche wurde überreicht. Etwas skeptisch über diese schnelle Wende öffneten wir natürlich sogleich den Sack und tatsächlich, es stimmte etwas nicht: die mitgenommenen Handtücher waren nun nicht mehr weiß, sondern blau. Obwohl uns das Ganze nun eher belustigte, wir hatten noch ein weißes Handtuch zurückbehalten - zeigten wir dem Zimmerservice beide Handtücher. Dieser, recht erstaunt über die Frage warum das Handtuch nun blau sei, fragte uns daraufhin "Sir, don't you like blue...?" (...)

 

Die Frage nach dem Weg

In Indien wird man sehr häufig nach dem Weg fragen, denn wie das meiste in Indien, so sind die Wege eher selten selbsterklärend. Dabei gibt es einige Hürden zu überwinden um zum gewünschten Ziel zu kommen. Da beginnt damit, daß man im allgemeinen einen anderen Akzent hat als die Inder, und das stellt durchaus für beide Seiten ein Hindernis dar. Ist das einigermaßen überwunden, so muß man auf jemanden treffen, der den Weg auch tatsächlich kennt. Rickshaw- und Taxi-Fahrer werden in 99% "ja" sagen, obwohl sie den Weg gar nicht kennen. Statt dessen fragen sie unterwegs nach dem Weg - hauptsache der Tourist sitzt schon mal.
Eine weitere Herausforderung ist insbesondere für Indien-Neulinge herauszufinden, ob das Kopfschütteln des Gegenübers ein "Nein", "Ja" oder "ich weiß nicht" ist. Die sind für das ungeübte Auge nämlich nicht so leicht zu unterscheiden. Wer das dann auch durchschaut, dem kann es noch passieren, daß er falsch fragt, denn viele geben ungerne die Auskunft, daß sie etwas nicht wissen. So ist es zweckmäßig, in der Frage nicht bereits einen Vorschlag zu formulieren, z.B.: "muß ich als nächstes nicht nach rechts fahren...?". Das wird meistens mit "ja" beantwortet werden. Statt dessen fragt man besser einfach nur nach dem Weg und am besten auch mehrere Menschen hintereinander.

 

Spucken ist "in"

Es war in einem Bus von Bangalore nach Madurai. Nachdem wir die Nacht in dem holprigen Bus recht gut überstanden hatten, hielt der Bus für einige Zeit an, um den Gästen die Möglichkeit zu geben, ihren kleinen und größeren Geschäften nachzugehen. Nach ein paar Minuten ging es dann weiter. Einige der Gäste wachten erst jetzt auf, streckten und räkelten sich, rieben sich die Augen, und wenige machten während der Fahrt das Fenster auf. So geschah es, daß ein Fahrgast in den vorderen Reihen ein Fenster öffnete. Wie allgemein üblich, es gehört bei einigen Indern schon quasi zum guten Ton, räusperte er sich etwas laut, holte aus und spuckte seine glibbrige Rotze aus dem Fenster. Dummerweise hatte zur gleichen Zeit in den hinteren Reihen - wo wir saßen - ebenfalls ein Fahrgast das Gefühl, er müsse aus dem Fenster schauen und blickte nach vorne gegen den Fahrtwind. Und, wie sollte es auch anders kommen, die Rotze landete genau in seinem Gesicht. Das Interessante an diesem Ereignis ist aber, daß er sich nicht etwa beschwerte, sondern einfach nur seinen Kopf herein nahm, die Rotze abwischte, und den Kopf kurzerhand wieder aus dem Fenster steckte.

 

Überholen auf Indiens Straßen
In Kashmir gibt es ein bergiges Gebiet, wo man mit dem Auto quasi nicht überholen kann, da die Straße aus nur einer Spur besteht, die von beiden Seiten genutzt wird. Wer als Beifahrer aus dem Fenster nach unten schaut sieht z.T. nur noch den Abgrund, so eng ist die Bergstraße an einigen Stellen. Etwas breiter wird die Straße nur in den Kurven. Nun gibt es Inder, die es eilig haben und solche, die ein Leben lang Zeit haben. Folge dieses Ungleichgewichtes ist, daß einige Inder die Kurven zum Überholen nutzen. Das aber nicht in bedächtiger Form, sondern mit Anlauf und komplett blind. Wer dann in den Kurven mal nach unten schaut, der sieht einige hundert Meter weiter unten viele Dutzende Autos, die das Überholmanöver nicht überstanden haben. Das Dumme an der Geschichte ist, daß man auch als besonders bescheidener Tourist nur wenig Spielraum hat, wenn einem ein wild überholender Autofahrer entgegenkommt...
 
 

   

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