Varanasi

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Varanasi ist eine der ältesten und wahrscheinlich auch eine der beeindruckendsten Städte Indiens, viele zählen sie sogar zu einer der ältesten Städte der Welt. Hier zeigt sich, was die Hingabe der Hindus zu ihrer Religion bedeutet. Sie gilt auch als geistige "Hauptstadt der traditionellen hinduistischen Kultur". In ihr möchte man den Ursprung allen Glaubens, der gelehrten Indischen Schrift und Sprache vermuten.


File 1536Neben Varanasi wird die ostindische Stadt auch Benares genannt, abgeleitet von der Pali-Sprache, oder auch "die ewige Stadt" Kashi, da hier Shiva und Parvati standen, als die Welt entstand. So hat sie auch den Gott Shiva als obersten Weltgott zum Schutzpatron. Tatsächlich ist Varanasi der Ort, den viele Inder aufsuchen, um hier Ruhe, den Einklang mit den Göttern, Meditation, Hingabe und tiefe Lehre zu suchen.
Varanasi ist also weit mehr als nur eine Pilgerstadt, in der sich Hindus im heiligen Wasser des Ganges (Ganga) reinigen. Vielmehr vertiefen in dieser besonderen Stadt Priester, Heilige, Sadhu's, Sühnende und Gläubige ihre religiösen Gefühle und ihre Bildung für Wochen, manche für Monate oder auch Jahre.


File 1497Heute kann man die ersten Funde aus Varanasi ein halbes Jahrtausend vor Chr. zurückdatieren und sie ist damit eine der ältesten Städte Indiens. Offiziell leben etwa 700.000 Einwohner in Varanasi, wobei Pilger und Touristen den Ort völlig übervölkern.
Wer in Varanasi ankommt, der wird - und es führt mehr oder weniger kein Weg daran vorbei - erst einmal von Schleppern empfangen. Das sind im allgemeinen Jungen im Alter von 4-16, die ankommende Touristen empfangen, um sie in ein Hotel zu bringen und vom Hotel eine Provision zu erhalten. Da die Provisionen recht gut ausfallen (etwa 20-30% der ersten Nacht), ist vorstellbar, dass diese jungen Männer alles versuchen, um den Tourist zu vermitteln. Abschütteln ist ausgeschlossen, sogar nach Stunden der völligen Ignoranz haben sie nur ein Ziel im Auge: der Tourist muss vermittelt werden.
Wer aber einmal angekommen ist, findet sich zumeist inmitten des großartigsten indischen Lebens wieder. Am besten kann man zu Fuß ein paar Meter an den Ganges gehen und die Ghats auf sich wirken lassen.


Ghats

Als Ghats werden gemeinhin die Stufen bezeichnet, die auf einer Breite von fast 5 km an und in den Ganges führen. Auf ihnen sitzen, stehen, beten und predigen Hindu-Pilger ununterbrochen. Die Haupt-Ghats sind Assi, Dasaswamedh (hier soll Gott Brahma 10 Pferde geopfert haben), Barnasangam, Panchaganga und Manikarnika. In dieser Reihenfolge soll man sich nach der Panch Thirtha Yatra an einem Tag baden (reinigen). Am Ghat Chakrapushkarini - sagt man - seien die Fußstapfen von Vishnu gehütet. Ein weiteres Highlight ist der Man Mandir Ghat, 1770 von Jai Singh von Jaipur (Astronome) errichtet.

Wer sich ein wenig auskennt, der unterscheidet an der unterschiedlichen farblichen Kennzeichnung auf der Stirn die Gläubigkeit der Pilger; so beten einige zu Shiva, andere zu Krishna oder wieder andere zu Shakti, der Frau von Shiva. Alle haben sie eines gemeinsam: sie reinigen sich alle im heiligen Fluss, dem Ganges. Und das beginnt bereits früh morgens. So lohnt es sich durchaus, wenn man gegen 5 Uhr oder auch einige Minuten früher aufsteht und sich von einem der Ruderboote auf den Ganges hinausrudern läßt.

Auf diese Weise bekommt man mit, wie die Sonne über Varanasi aufgeht, Leben an die Ghats kommt und Pilger ihrer morgentlichen Wäsche nachgehen. 
Eine ganz bedeutsame Einrichtung sind die sog. Burning Ghats. Das sind Ghats, an denen Verstorbene verbrannt werden und deren Asche im Anschluss in den Ganges gebracht wird. Nicht jeder Inder kann sich diese Zeremonie leisten und so kommt es sehr häufig vor, dass Tote den Weg ins Gottesreich auf direktem Weg durch den Ganges beschreiten.
Als Zeichen der Reinheit lassen sich viele Gläubige auch den Kopf rasieren. So gibt es auch nachahmende Touristen, doch raten wir davon ab, da häufig Schnitte passieren und die Übertragung von Krankheiten (HIV) keine Seltenheit ist.

Neben den traditionellen Attraktionen der Ghats und des Ganges, ist Varanasi auch durch Kunst bekannt geworden. Dazu gehört Musik, Literatur, Malerei und Handwerkkunst.

 

Weitere Sehenswürdigkeiten in Varanasi:


Gyanvapi Moschee
Auf den Ruinen alter Tempel baute Kaiser Aurangzep (1656-1707), der 6. Großmogul, die Moschee Gyanvapi. Sie liegt etwa 5 km entfernt vom Bahnhof. Im Fundament und auf der Rückseite der Moschee sind noch seltene Zeugnisse der Tempelkunst zu sehen.

 

Vishvanath-Tempel
Dieser Tempel ist dem Gott Shiva gewidmet. Bekannt wurde er als der Goldene Tempel, da von dem Maharadscha Ranjit Singh etwa 1 Tonne pures Gold geschenkt wurde, um die fast 16 Meter hohe Turmspitze des Tempels damit zu belegen. Leider wurde der Tempel während einiger Invasionen zerstört, wurde aber 1776 wieder errichtet (Rani Ahilyabai).

Ausflüge:


Fort Ramngar (ca. 16km)
Auf der anderen Seite des Ganges liegt das attraktive Ramnagar Fort, immer noch die Residenz des früheren Maharadschas von Varanasi. Im Inneren befindet sich ein Museum und das Dussehra Fest wird hier noch in der alt-königlichen Tradition gefeiert. (tel: 339322)

Sarnath (ca. 10 km)
In diesem ruhigen Rehwild-Park soll Buddha seine erste Predigt gehalten haben. Dieser Ort wurde zu einem der größten Zentren für den Buddhismus und so erreichtete der Kaiser Ashoka herrliche Steelen und Gebäude.
1836 wurde Sarnath erneut entdeckt und ausgegraben, und heute zollen dem großen Lehrmeister hier viele Besucher tiefgründige Achtung.