Taxis und Rickshaws

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Rickshaw- bzw. Taxi-Fahren ist in Indien eine so besondere Erfahrung, dass wir diesem Thema ein eigenes Kapitel widmen möchten. Wer in Großstädten wie Bombay, Kalkutta, Madras oder Delhi unterwegs ist, der wird sehen, dass zwei von drei Autos auf der Straße Taxis oder Rickshaws sind. Oft steht man inmitten von 50 Rickshaws und erkennt kein anderes Auto weit und breit. Dabei stößt jede Rickshaw soviel Abgas aus, dass man auch gar nicht weit blicken kann.

Soviel zum Äußeren; das "Innere" hat es aber wirklich in sich: so kann man davon ausgehen, dass von 100 Rickshaw- bzw. Taxi-Fahrern mindestens 99 versuchen werden, den Fahrgast übers Ohr zu hauen. Das läuft in der Regel mit Touristen am besten, denn da ist man sich sicher, dass sie / er die Gegend nicht kennt. Doch man soll sich nicht täuschen - auch Einheimische werden häufig genug betrogen. So ist es auch verständlich, dass wer z.B. in Bangalore am Flughafen ankommt, von 20-30 Rickshaw-Fahrern überrannt wird, da sich jeder die Gelegenheit eines Touristenfahrgastes sichern möchte.

Die richtige Richshaw / das richtige Taxi:

Als erstes sollte man sich den Rickshaw-Fahrer auf seinen Indien Reisen selbst aussuchen und sich nicht von ihnen ansprechen lassen und nicht bei jedem beliebigen einsteigen. Suchen Sie sich selbst aus, bei wem Sie mitfahren möchten.
Wer dann einen Taxi-Fahrer danach fragt, ob er eine bestimmte Straße oder eine bestimmte Destination kennt, der trifft auf die nächste Herausforderung: ein geneigtes Wackeln mit dem Kopf kann sogut wie alles bedeuten: "ja", "vielleicht" oder auch "nicht so recht" oder auch "nein". Das Nein ist allerdings nur selten so gemeint. Zumeist würde der Gast stattdessen freundlich kopfschwenkend aufgenommen werden und auf dem Weg (hoffentlich) wird sich der Fahrer dann mehrfach bei Taxi-Kollegen am Straßenrand den richtigen Weg erklären lassen. Herauszufinden, ob er wirklich den Weg wirklich kennt, ist zumeist schwierig.

Der richtige Fahrpreis:
Zu wissen, wie hoch der Fahrpreis ist, das ist wohl das Schwierigste Unterfangen überhaupt in Indien. Denn das ist nicht nur davon abhängig ob man die Rickshaw (billiger) oder das Taxi (teurer) wählt, sondern auch von der Stadt und davon, ob ein Preis verhandelt wird oder per Taxameter gefahren wird. Dabei gilt immer das Prinzip: wenn ein Taxameter Pflicht ist (z.B. in Bombay), dann sollte man keinen extra Preis aushandeln. Stattdessen ist es eher sinnvoll darauf zu achten, dass der Taxifahrer keinen Umweg fährt, um mehr Geld zu kassieren. Zweite Herausforderung ist dann die Kommentare des Taxifahrers abzuwehren. Häufig wird er mit einer Liste herauskommen, auf der Preis-Tarif-Anpassungen für die Taxi-Fahrer stehen. Diese Listen sind  auch korrekt, werden aber oft wissentlich falsch vorgelesen. Es ist also ratsam, gemeinsam mit dem Taxi-Fahrer einen Blick darauf zu werfen. Nachttarife fangen erst um 24 Uhr an (steht auf der Liste) und extra Gepäck steht ebenfalls auf der Liste. Wenn es nicht auf der Liste steht, kann auch kein extra Geld verlangt werden.

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In Puri gibt es ausschließlich Fahrrad-Rickshaws und von daher auch keine Taxameter. Hier muss man also den Fahrpreis kennen. Am besten läßt man sich einen groben Schätzwert vom Hotel oder einem Restaurant nennen. Auch die Menschen auf der Straße sind gerne behilflich. Wir haben festgestellt, dass wenn man beim Verlassen der Rickshaw das Doppelte des wirklich sehr niedrigen - geschätzten - Fahrpreises zahlt (da man ja den richtigen nicht kennt), dann wird der Fahrer das Doppelte davon verlangen. Hält man sich 20% über dem üblichen Fahrpreis, weiß er, dass man den ungefähren Fahrpreis kennt und ist zumeist zufrieden.

Weitere Tipps:

Nichts im Taxi liegenlassen. Es geschieht häufig, dass man im Taxi etwas aus den Taschen nimmt. Wer das nicht vermeiden kann, sollte sich angewöhnen, beim Verlassen des Taxis nochmal einen Blick in den Innenraum zu werfen. Hier ist schon vieles ins Eigentum des Taxi-Fahrers übergegangen.
Wer sich betrogen fühlt, sollte nach einem Polizisten Ausschau halten und dort anhalten lassen. Zumeist gibt die Polizei Touristen Recht und zudem läuft der Taxi-Fahrer bei falschem Verhalten Gefahr, seine Lizenz zu verlieren.
Am besten immer ausreichend Kleingeld dabei haben. Wer nur größeres Geld bei sich hat, sollte das erst geben, wenn der Taxi-Fahrer offensichtlich Wechselgeld hat. Hat er einmal das große Geld in der Hand und kein Wechselgeld parat, so wird es schwierig, den Schein wieder zu bekommen.
Es ist leider so, aber wer mit dem Taxi-Fahrer nur wenig spricht und keine "Freundschaft" schließt, der hat die besseren Karten nicht betrogen zu werden. Im allgemeinen wird ein Gespräch mit dem Gast dazu genutzt, um sich seiner Strategie sicher zu sein.