Sikhismus

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Diese in Indien etwa 19 Millionen Menschen angehörigen Religionsgemeinschaft wurde von Guru Nanak in der 2. Hälfte des 15. Jht. gegründet. Eine der bedeutendsten Bestrebungen war es, den Hindiusmus mit dem Islam zu verbinden, waren dies doch die beiden stärksten Religionen der damaliger Zeit (auch heute noch). So entstand der Sikhismus, der durch die folgenden Merkmale gekennzeichnet ist:

der Glaube an nur einen Gott

Götzentum gibt es nicht

eine Taufe gibt es erst im fortgeschrittenen Alter

das Kastensystem des Hinduismus existiert nicht

es existieren keine Pilgerungen zu heiligen Flüssen, wie z.B. zum Ganges (bei den Hindus)

das heilige Buch ist das Granath Sahib; in diesem sind die Aufschriften der 10 Sikh-Gurus festgehalten, sowie hinduistische und islamische Lehren.
Im allgemeinen erkennt man die Sikhs recht gut, insbesondere wenn sie ihre farbenprächtige Kleidung stolz tragen. Die Erkennungsmerkmale der Sikhs sind vor allem:

Schwert zur Verteidigung der Schwachen (kirtipan)

langes, ungeschnittenes Haar als Symbol für der Heiligheit (kesha)

kurze Hosen als Symbol für Schnelligkeit (kuchha)

metallener Armreifen als Symbol für Entschlossenheit (kara)

ein Kamm aus Holz oder Elfenbein als Symbol fuer Sauberkeit (kangha)

 

Obwohl das Schwert heute nur noch zur Zierde und zur Wahrung der Tradition dient, besitzt es doch fast jeder Sikh mit Stolz. Geschichtlich geht es auf ihre militärische Vergangenheit im 16. Jht zurück, in der sie sich nach einigen Verfolgungen militärisch formierten. Gleiches gilt für die kurzen Hosen, die mehr Beweglichkeit im Kampf als ein Lendentuch ermöglichten. Man erzählt heute noch vereinzelt von Sikhs, die sich beim Antritt einer Flugreise nicht von ihrem Schwert trennen wollen und einen großen Aufstand am Flughafen veranstalten.

Bekannt sind die Sikhs nicht zuletzt durch ihre Nächstenliebe und Gastfreundschaft. Im allgemeinen gehören die Sikhs der mittleren und oberen sozialen Schicht an.

Seit langem ist ein besonderer Brennpunkt für die Sikhs der Kampf um einen unabhängigen, eigenständigen Staat. Er soll Khalistan heißen und er sorgt immer wieder für Brennstoff mit der indischen Regierung. Zu stärkeren Unruhen kam es in den Jahren 1984 und 1985.