Puri

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Die 140.000 Einwohner zählende Stadt ist eine der 7 heiligen Städte Indiens. Knappe 60 km von Bhubaneswar entfernt ist sie Anziehungspunkt für Pilger und Strandbummler aus ganz Indien. Zudem ist Puri Zufluchtsort für Menschen aus Kalkutta, die hier ausspannen können.

Schwimmen ist aufgrund der Strömungen und Wellen sehr gefährlich, weshalb wir dringend davon abraten, zu weit ins Wasser zu gehen.
Fast einziges Fortbewegungsmittel scheint in Puri die Fahrradrickshaw zu sein. Wer ein paar Tage länger in der Stadt bleibt wird sich wundern, dass er für gerade mal 3-4 Cent mehrere Kilometer weit kommt. Ausländer scheinen zumeist im östlichen Teil des Strandes zu wohnen, Inder meistens im Westen.

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Mittelpunkt von Puri ist der Jagannath Tempel, der im Jahre 1198 erbaut wurde. Da er im 14. Jht. von Soldaten aus Delhi und auch in den nachfolgenden Jahren immer wieder stark beschädigt wurde, hatte man ihn immer wieder erneut aufbauen und restaurieren müssen. Die Bedeutung dieses hinduistischen Tempels ist jedoch einzigartig: er beschäftigt bis zu 6.000 Menschen, man schätzt, dass etwa 20.000 Gläubige insgesamt Dienste für den Jagannath Tempel leisten. Das wird durch eine hierarchische gegliederte Staffel an Priesterrängen widergespiegelt.
Leider ist der Zugang zum Tempel nur Hindus vorbehalten. Jedoch gibt es in der Umgebung zwei Möglichkeiten, einen Blick ins Tempelinnere zu erhaschen: von der gegenüberliegenden Bibliothek bzw. der offiziellen Aussichtsplattform.

Im Tempel befindet sich das Jayamohan, in dem Abbilder von Jagannath zu besichtigen sind (wie gesagt, nur für Hindus). Außerhalb des Tempels kann man jedoch bis hin zu Souvenierständen vielerorts Nachbildungen der Originale kaufen.

Alljährlich findet im Juni bzw. Juli (zu erfragen beim Fremdenverkehrsamt) das große Wagenfest Rath Yatra statt. Es ist nicht nur das bedeutendste Ereignis für Puri, sondern es hat eine einzigartige Bedeutung für ganz Indien. Viele TV-Sender übertragen es live in die Haushalte Indiens. So kommen mehrere Hunderttausende von Pilgern, Schaulustigen und Touristen, um diesem Krishna geweiten Festival beizuwohnen. Dabei werden Jagannath, sein Bruder und seine Schwester aus dem Jagannath Tempel geholt und auf fast 15 Meter hohe Wagen gestellt, um sie über die Grand Road bis zum Gundicha Mandir zu fahren. Die monströsen Wagen sind derart schwer, dass etwa 4.000 Menschen benötigt werden, um sie in Bewegung zu setzen. Da sich immer wieder Pilger vor die riesigen Räder geworfen hatten, die auf diese Weise einen heiligen Tod sterben wollten, ist seit einigen Jahren dieser Bereich nicht mehr zugänglich.
Eine Woche später werden die Abbilder Jagannaths und seiner Geschwister wieder zurückgetragen. Die Wagen werden zerlegt und ein jeder versucht, davon ein Stück zu erhaschen.