Nagpur

File 1728

Nagpur ist der geographische Mittelpunkt von Indien und die ehemalige Hauptstadt der Bhonsla-Marathen. Es liegt auf dem Dekkan-Plateau im Bundesstaat Maharashtra knapp 900 Kilometer von Bombay entfernt am Fluss Nag. Auch wenn Nagpur eine Industriestadt ist, so verfügt sie dennoch über mehrere Theater, Museen und Galerien – kein Wunder, schließlich ist der indische Bundesstaat Maharashtra bekannt für seine kulturelle und künstlerische Tradition.
Besonders sehenswert ist das Central Museum, in dem überwiegend Relikte der Gonds aufbewahrt werden.
Im Südosten von Nagpur lassen sich vereinzelt Relikte der Bhonsla-Herrschaft entdecken, beispielsweise das Grabmal von Raghuji I, dem Gründer der Dynastie.
Üblicherweise ist der Verkehrsknotenpunkt Nagpur für Reisende jedoch hauptsächlich der Ausgangsort für Touren in die Umgebung.
Eindrucksvoll ist der knapp fünfzig Kilometer von Nagpur entfernte Berg Ramagiri, auf dem sich der mythologische Held Rama aufgehalten haben soll und der nun als Pilgerort gilt. Dort gibt es eine Gruppe schneeweißer Tempel, die Rama, Sita, Hanuman und Lakshmana geweiht sind. In dem Ort Ramtek am Fuß des Ramagiri kann man außerdem einen Devi-Tempel und einen jainistischen Ashram sehen.
Etwa achtzig Kilometer südwestlich von Nagpur liegt Wardha, der erste von Mahatma Gandhi errichtete Ashram. An diesem Ort entwickelte Gandhi seine Theorien zur Erneuerung der indischen Gesellschaft und von dort aus leitete er den indischen Unabhängigkeitskampf. In dem 1933 erbauten Haus von Gandhi befindet sich ein Museum.
Nicht weit entfernt liegt der Paunar Aschram von Gandhis Schüler Vinoba Bhave.
Für Naturliebhaber bietet sich ein Ausflug zu den Wildschutzgebieten von Nagzira (etwa 115 Kilometer von Nagpur) und Bor (55 Kilometer von Nagpur) sowie in den Nawegaon Nationalpark (etwa 135 Kilometer von Nagpur) an.