Madurai

File 1713

Madurai ist eine der 7 heiligen Stätten, Wallfahrtsort und Ort für Studium und Lehre seit vielen Jahrhunderten. Sie ist zudem eine der ältesten Städte Indiens (weit über 2.000 Jahre alt) und eine Stadt mit unendlich vielen Pilgern, Gläubigen, Marktverkäufern und Rickshaw-Fahrern. Man schätzt, dass täglich etwa 10.000 Besucher Madurai aufsuchen.
Die 1,2 Millionen Einwohner zählende Stadt ist recht übersichtlich. Das wohl bedeutendste Gebäude ist der Sri-Meenakshi Tempel im Inneren der Altstadt.

Morgens kann man gut auf eines der höheren Gebäude steigen, um den Sonnenaufgang gegen 5:30 zu erleben. Dazu sollte man den Blick so wählen, dass er in Richtung Tempelanlagen und dahinter die aufgehende Sonne zeigt.

 

File 1614

Kurze Geschichte von Madurai:

Bis zur Jahrtausendwende war Madurai Hauptstadt der Pandya-Könige

Im 10. Jht. nahmen die Chola die Stadt ein

Im 14. Jht. fielen die Moslems ein und übernahmen die Herrschaft

Im 15. Jht. übernahmen die Vijayanagar Könige wieder die Herrschaft (Hindus)

Mitte des 16. Jht. herrschte die Nayak Dynastie; in dieser Zeit wurde auch der Sri-Meenakshi Tempel gebaut

1781 haben schließlich die Briten die Herrschaft übernommen

 

File 1500

Madurai teilt sich grob in zwei Stadtteile auf, die Altstadt und die Neustadt, beide getrennt durch den Fluss Vaigai. Im Grunde spielt sich alles Leben in der Altstadt ab. Hier ist der Ort an den alle Pilger und Besucher kommen, hier sind Museen, Busbahnhof, Bazare und die bedeutenden Tempel zu finden.
Umgeben wird Madurai von einer großen Ringstraße, die sogenannte Veli-Street, die je nach Himmelsrichtung (Nord, Ost, West, Süd) benannt ist. Sie entstand, als die Briten 1840 die Stadtmauer niederrissen und den Wallgraben zuschütteten. So ist noch heute anhand der Ringstraße die ehemalige Stadtmauer zu orten. An Festtagen werden durch die Ringstraßen von Madurai riesige Tempelwagen gezogen.


Sehenswürdigkeiten

Sri-Meenakshi Tempel
Ursprünglich war dieser wohl für Madurai bedeutendster Tempel für die sogenannte fischäugige Tochter eines Pandya-Königs errichtet worden. Erst später wurde diese Tochter namens Meenakshi mit Parvati, Ehefrau von Gott Shiva, gleichgesetzt. Meenakshi hatte drei Brüste und man sagte, dass sie die überflüssige Brust verlieren würde, sobald sie den Mann ihrer Bestimmung träfe.
So begegnete sie am Berg Kailasa (Himalaya) dem Gott Shiva und nur acht Tage nach ihrer Rückkehr nach Madurai ging die Prophezeihung in Erfüllung. Sie heiratete Lord Sundareshwara, der durch Shiva symbolisiert wurde.

Der Sri-Meenakshi Tempel wurde - so wie er heute da steht - 1560 von Vishvanatha Nayak entworfen und in den Jahren 1623-55 von Tirumalai Nayak erbaut. Man kann den Tempel von allen 4 Himmelsrichtungen betreten. Der sich auf etwa 6 Hektar erstreckende Komplex umfasst 4 äußere Gorumams (Türme) mit 9 Stockwerken (der höchste ist der südliche namens Rajagopuram mit 50m) sowie weitere 12 Türme mit bis zu 45m Höhe. Die Dächer der Türme sind fast von unten an bis zum Gipfel mit Figuren wie Helden, Dämonen, Göttern, Zergen und anderen Fabelwesen geschmückt. Der Tempel enthält unter anderem die sogenannte 1000-Säulen-Halle. Die Öffnungszeiten sind zwischen 5-12:30 und 16-21:30 Uhr.


Im Tempel lassen sich die Gläubigen beobachten, wie sie im Wasserbecken baden oder ihre Kleider waschen und zum Trocknen auf die Stufen legen, oder man schaut sich das in der 1000-Säulen-Halle ansäßige Museum an, das zum Thema Tempelkunst einiges zu bieten hat.
Tempelmusik gibt es gegen 21 Uhr und wer fotografieren möchte, muss einen kleinen Obulus entrichten. Um 21:30 findet täglich eine Abschlusszeremonie statt, Beginn ist am Sri-Sundareshwara Schrein.
Wer nach einem schönen Überblick über Madurai sucht, der kann auf den südlichen Gopuram steigen (50m). Die Treppen sind eng und etwas beschwerlich, der Ausblick lohnt aber.

 

Tirumallai Nayak Palast
Dieser in den Jahren von 1623-55 vom gleichnamigen König erbaute Palast liegt etwa 1,5 km südlich vom Sri-Meenakshi Tempel. Obwohl er in der 2. Hälfte des 19. Jht. restauriert wurde, erscheint er heute stark verfallen. Dennoch erschlägt er den Besucher geradezu mit seinen überaus hohen und mächtigen Säulen sowie der riesigen Kuppel.
Eine Sound-and-Light Show (ab ca. 18:30) zeigt abends in netter Weise die Geschichte Madurai's.

 

Ghandi-Museum
Das auf der anderen Seite vom Vaigai liegende Museum zeigt viele Erinnerungen an den Mann, der Indien in so starker Form geprägt hat, und der zukünftig sogar als eine der potentiellen Inkarnationen von Vishnu angesehen werden mag.
Neben vielen Kleinigkeiten ist vor allem das blutverströmte Gewand Ghandi's zu sehen, das er an seinem Todestag trug.
Dem Besucher werden zudem viele Bilder zur Geschichte Indiens gezeigt. Die Öffnungszeiten sind 10-13 und 14-18 Uhr (außer Mittwochs).

 

Mariamman Teppakulam
Dieses riesige Wasserbecken ist im Osten Madurai's gelegenund bildet - wie es heißt - den größten Tempelteich Indiens.
Alljährlich findet hier im Januar/Februar (genaue Daten sind beim Fremdenverkehrsamt zu erfragen) das 12-tägige Teppam-Fest statt, bei dem vom Sri-Meenakshi Tempel die Götterfiguren Mariamman und Teppakulam auf Flößen durch die Stadt zum Wasserbecken getragen und dort mehrfach um das Becken gezogen werden.