Madras

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Madras liegt im Süden Indiens, direkt vor der Coromandel Küste und im Golf von Bengalen. Sie ist die viert-größte Stadt Indiens und die größte Stadt Süd-Indiens. Als Hauptstadt des Bundesstaates Tamil Nadu beherbergt sie fast 5 Millionen Menschen. Im Vergleich zu den anderen drei größten Städten (Kalkutta, Bombay und Delhi) wirkt Madras jedoch freundlicher und weitaus ruhiger. Neben dem Handel ist es vor allem die Filmindustrie, die Menschen aus ganz Indien nach Madras zieht.

Der Hafen von Madras wurde erst im 19. Jahrhundert von den Briten erbaut. Zu dieser Zeit wurde hier eine der ersten indischen Stützpunkte der East India Company errichtet. Dieser Zeitpunkt war Wendepunkt für die Stadt Madras, die sich von nun an stark entwickelte.

File 1641Film Industrie
Madras ist eines der drei großen Film-Zentren Indiens, das unentwegt Massen von Spielfilmen herstellt. Wer die Gelegenheit hat, sollte sich hier die Filmstudios ansehen. Eines der bekanntesten Filmstudios liegt in der von der Regierung von Tamil Nadu erschaffenen Filmstadt "MGR Film City". Hier befinden sich Filmtheater, Studios und eine Filmschule. Es ist in Madras das einzige Filmstudio, das für Besucher offen ist. (Öffnungszeiten 8-20 Uhr)

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Fort St. George
Der Baubeginn von Fort St.George ist ca. auf 1660 n.Chr. zu datieren. Anfänglich bestand das Fort überwiegnd aus Kasernen und Offiziershäusern. Immer wieder wurde Fort St. George von den Indern und den Franzosen angegriffen, aber nicht zerstört, so dass eine ständige Erweiterung möglich war. Heute befinden sich in den alten Gebäuden des Forts das Regierungssekretariat und das Landesparlament von Tamil Nadu. Andere Teile werden noch vom indischen Militär genutzt.
Eines der ersten Bauten des Forts ist die St. Mary's Church, die aus dem Jahre 1680 stammt (Weihung) und noch gut erhalten ist. Sie ist die älteste angelikanische Kirche Indiens. Robert Clive, Gouverneur von Madras, wurde hier im Jahre 1753 getraut.
Neben dem Old Government House (Regierungssitz) und dem Bankettsaal ist auch das Fort St. George Museum ein Besuch wert. Es zeigt Waffen, Bilder, Münzen und andere Utensilien aus der Kolonialzeit. Interessant ist der imperiale Baustil, der Elemente des römischen mit dem griechischen, dem korinthischen und dem toskanischen Stil verbindet.

Guindy Park
Zu früheren Zeiten als Jagdgebiet genutzt, bietet dieser Park im Süden von Madras Naturfreunden verschiedene Tiere wie zum Beispiel Hirsche, Indische Antilopen und Affen. Er ist ein beliebtes Ausflugsziel für viele Familien, die hier gerne ein Picknick veranstalten. In Ferienzeiten sollte man den Pakr meiden, da er völlig überfüllt von indischen Touristen ist.
Ein Teil des Parks beinhaltet den außergewöhnlichen und bekannten Schlangenpark. Gegründet von R. Whittaker zeigt er eine Selektion an Schlangen, wie sie von ganz Asien kaum überboten werden kann.

High Court
Das Gerichtsgebäude stammt aus dem Jahre 1892. Es trägt eine große Kuppel, die Fassaden sind rot und die Fensterbögen in weiß gehalten.

Kapaleswara Tempel
Der im 16. Jahrhundert erbaute Shiva-Tempel soll nach örtlichem Glauben etwa 2.000 Jahre alt sein. Er ist einer der bekanntesten Tempel von Madras und hat wie üblich einen mit Schnitzereien geschmückten Turm und ein Becken zum Reinigen. Am Becken findet alljährlich ein Frühlingsfest statt, zu dem Götterbilder in das Becken getragen werden.

Marina Beach
Marina Beach ist der breiter Sandstrand, der sich vor Madras fast 13 km lang erstreckt. Governour Mountstuart Elphinstone Grant Duff hatte Ende des 19. Jahrhunderts für diesen schönen Strand gesorgt. Hier kann man lange Spaziergänge machen und dem Treiben der Inder am Strand zusehen. Zur Stadt hin gewendet ist er durch Gärten gesäumt, und so ist er Anziehungspunkt für viele Strandbummler. Insbesondere der Sonnenaufgang ist schön anzusehen. Schwimmen wird nicht angeraten, da starke Strömungen ein Abdriften befürchten lassen. Verkäufer von Getränken und kleinen Snacks finden sich entlang des Strandes.

 

San Thome Basilica
Diese römisch-katholische Kirche wurde im frühen 16. Jahrhundert von den Portugiesen erbaut (etwa 1505). In der Annahme, dass der Apostel Thomas auf dem St. Thomas Berg (in der Nähe des Flughafens) den Märtyrertod erlitt, baute man diese etwa 55 Meter hohe Kathedrale. Im Jahr 1893 wurde sie nach häufigen Veränderungen im gotischen Stil erneuert.
Die im Inneren der Kathedrale befindliche Statue der Jungfrau Maria soll im Jahre 1543 von Portugal nach Madras gebracht worden sein.

Ice House
Dieser Rundbau entstand 1842 druch Frederic Tudor, als die Kolonialherren Eis für Whiskey oder Gin benötigten, der auf Schiffen aus Amerika transportiert wurde. In entsprechend isolierter Form konnte es Monate hinweg kühl gelagert werden.
Das Ice House (1963 umbenannt in Vivekanandar Illam) steht am Marina und diente in späteren Zeiten als Witwenhaus. (Öffnungszeiten: 9-12.30 und 15-18:30 Uhr)

Aquarium
Auf etwa halber Höhe des Marina Strandes liegt ein Aquarium, das den Besuchern eine große Anzahl von exotischen tropischen Salzwasser- und Süßwasserfischen zeigt.

Ziele in der nahen Umgebung:


Kanchipuram

Dieser Ort liegt etwa 70 km von Madras entfernt. Es bietet sich an, in Madras einen Wagen mit Fahrer zu mieten (selbst fahren ist in Indien nicht zu empfehlen und oft auch gar nicht möglich) und neben Kanchipuram auch Mamalapuram zu besichtigen. Für die Tour muss man trotz der geringen Entfernungen etwa einen Tag einplanen.
Kanchipuram ist einer der 7 heiligen Stätten Indiens. Die heute noch etwa 150 aktiven Tempel in der planvoll erstellten Stadt sind Anziehungspunkt für viele Pilger und Prozessionen. Die Stadt besaß auch eine  bekannte Universität, in der Literatur, Kultur und Religion gelehrt wurde.
Die besonders sehenswerten Tempel sind: der Vaikuntaperumal-Vishnu Tempel (ca. 750 n. Chr.), der Kailashanata Tempel (ca. 725 n.Chr.), der Varadaraja-Vishnu Tempel und der Ekambareshwara-Shiva Tempel.


Mamalapuram

Etwa 60 km südlich von Madras (in der Gegend von Kanchipuram) liegt Mamalapuram, die ehemalige Hafenstadt der Pallava im 7. Jahrhundert. Direkt am Meer gelegen bietet die Stadt eine wunderschöne Atmosphäre, um die etwa 70 Monolithen mit fein gearbeiteten Skulpturen zu bewundern. Sehenswürdigkeiten sind zum einen die fünf Rathas Monolithen (Monilithen, aus Stein gemeißelt, z.T. noch unvollendet) sowie die für den hinduistischen Tempelbau unüblichen Höhlentempel.