Jodhpur

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Jodhpur liegt im nordindischen Bundesstaat Rajasthan am Ostrand der Wüste Thar. Die „blaue Stadt“, wie Jodhpur wegen der Farbe seiner Altstadthäuser genannt wird, war früher die Hauptstadt des Fürstentums Marwar und strahlt noch immer das Flair des mittelalterlichen Indiens aus.
In Jodhpur laufen Rajasthans Haupttouristenrouten zusammen. Es gibt von dort aus Bus- und Zugverbindungen in weitere Städte, beispielsweise nach Agra, Jaisalmar, Varanasi und Delhi. Viele Touristen legen bloß einen kurzen Zwischenstop in Jodhpur ein, um auf dem Weg zu einem anderen Reiseziel rasch das Fort Meheranghar zu besichtigen. Es lohnt sich jedoch, mehr Zeit für Jodhpur einzuplanen, denn die Stadt ist durchaus sehenswert. Auf den Straßen geht es lebhaft und quirlig zu. Insbesondere in der Umgebung des Uhrenturms laden Basare zum Stöbern ein. Zu den traditionellen Produkten, die dort geboten werden, gehören Batiken, Marionetten, Lackschmuck, Kunsthandwerk und Gewürze. Die kubische Dachlandschaft Jodhpurs ist nicht nur für Fotografen reizvoll.
File 1566Das Wahrzeichen Jodhpurs ist das Meherangarh Fort, eine gigantische Festung, die sich auf einem jäh abfallenden, über 120 Meter hohen Sandsteinfelsen oberhalb der Stadt befindet und die lange Zeit als uneinnehmbar galt. Das Meharangarh Fort ist umgeben von einer etwa zehn Kilometer langen Mauer mit acht Toren. Hinter dem letzten Tor liegt, durchzogen von einem Labyrinth aus Innenhöfen, der Palastkomplex, der jetzt das Meherangarh Museum beherbergt. Eindrucksvoll ist die Jali-Architektur aus gebrochenem Steinwerk, die fast alle Sandsteinwände und Balkone der Palastgebäude prägt, sowie der Blick auf die Altstadt von Jodhpur.
Eine weitere Sehenswürdigkeit ist die Umaid-Bhaven-Gedenkstätte, die in Stadtnähe in den Chittar Hills liegt. Der imposante Palast ist aus Sandstein gebaut und vereint indische und europäische Baustile. Ursprünglich war der 1929 begonnene Bau der Anlage eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme des Maharadschas, um während einer langen Dürreperiode den hungernden Einwohnern ein Einkommen zu geben. Heute beherbergt das Gebäude ein Hotel und ein Museum.
 

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Großer Beliebtheit erfreuen sich auch Expeditionen zu den umliegenden Bishnoi-Dörfern. Bei den Bishnoi handelt es sich um eine religiöse Gruppierung, die an die Heiligkeit der Umwelt glaubt und sich dem Schutz von Pflanzen und Tieren verschrieben hat. Viele Hotels und Reisebüros bieten organisierte Touren an. Die Eindrücke der Touristen, die an solchen Ausflügen teilnehmen, sind geteilt: Während manche den Kontakt zu den Bishnoi als interessant und lehrreich beschreiben, empfinden andere das Auftreten ihrer Reisegruppen als unangenehm aufdringlich. Sicherlich spielt hier die Herangehensweise der Veranstalter eine wichtige Rolle. Von daher empfiehlt es sich, diesen sorgfältig auszuwählen.
Als weiteres Ausflugsziel in der Umgebung bietet sich die neun Kilometer entfernte Stadt Mandore an, die vor der Gründung von Jodhpur die Hauptstadt des Fürstenreichs Marwar war und die bekannt ist für ihre Gärten und Felsterrassen.