Himalaya

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Schon seit über hundert Jahren schlägt das Himalaya Abenteurer und Entdecker in seinen Bann. Das „Dach der Welt“, wie die Himalaya-Gebirgskette ehrfürchtig genannt wird, besitzt 14 Achttausender und erstreckt sich über Indien, Nepal, China, Pakistan, Bhutan und Tibet.
In Indien reicht das Himalaya-Gebirge in die Bundesstaaten Jammu und Kaschmir, Uttar Pradesh, Himachal Pradesh und Uttaranchal im Westen sowie Arundachal Pradesh, Westbengalen und Sikkim im Osten.

Das gewaltige Bergmassiv lockt insbesondere Naturliebhaber und Trekking-Freunde, die die Schönheit der majestätischen Landschaft genießen wollen und sportliche Herausforderungen suchen. Von leichten Wanderungen auf Hochalmen bis hin zu und mehrtägigen Expeditionen sind alle Arten von Touren möglich. Es wird empfohlen, auf die Angebote von Trekking-Agenturen zurückzugreifen und sich einem erfahrenen Wanderführer anzuvertrauen, da die Gefahr, sich zu verirren oder in unwegsamem Gelände von einem Wetterumschwung überrascht zu werden, sehr groß ist. In Jammu und Kaschmir ist vor allem die durch Schluchten, karge Hänge und ein aktives buddhistisches Klosterleben geprägte Region Ladakh ein beliebtes Reiseziel. Der zentrale Ausgangspunkt für die Erkundung von Ladakh ist die touristisch gut erschlossene Stadt Leh. In dem malerischen Kullu-Tal lassen sich insbesondere von Manali und Naggar aus zahlreiche Touren unternehmen.
Hauptanziehungspunkte in Himachal Pradesh sind die dicht beieinander liegenden Orte Dharamsala und McLeod Ganj, in denen sich die Exilresidenz des Dalai Lama und der Sitz der tibetischen Exilregierung befinden. Sie verfügen über zahlreiche buddhistische Heiligtümer und sind ein geeigneter Ausgangsort für vielfältige Wanderungen, beispielsweise die beliebte mehrtägige Trekking-Tour zum Karesi Lake.
In dem Bundesstaat Uttaranchal, der aus den Bergregionen Garhwal und Kumaon besteht, erfreuen sich insbesondere die Umgebung des Nanda Devi, des höchsten Berges Indiens, das Corbett-Tigerreservat und das Nain-Tal großer Beliebtheit. Von Gangotri aus bietet sich die Möglichkeit, zum Gletscher Gomukh zu wandern, dem der Bagiratghi, ein Quellfluss des Ganges, entspringt.
Im östlichen Himalaya ist hauptsächlich die Region Darjeeling in Westbengalen für Touristen erschlossen. Die Stadt Darjeeling bietet nicht nur einen grandiosen Blick auf die umliegenden Berge, sondern ist auch ein guter Ausgangspunkt, um weitere Touren zu planen. Besonders reizvoll ist eine Wanderung durch den Kanchenjunga Nationalpark. Wer die Berglandschaften ohne Anstrengung genießen will, kann mit der pittoresken Schmalspurbahn Ausflüge nach Shiliguri oder Kurseong unternehmen.
Das Randgebiet des westlichen Himalayas im Bundesstaat Uttaranchal zieht neben Wanderern auch spirituell Interessierte an. Seit sich die Beatles 1968 in einen Aschram in Rishikesh aufhielten, gelten Rishikesh und seine Umgebung als Zentrum indischer Spiritualität. Inzwischen gibt es in Rishikesh und seiner Umgebung zahlreiche Aschrams, die auf ausländische Touristen eingestellt sind. Vor dem majestätischen Panorama des Himalayas kann man dort unter Anleitung eines Gurus meditieren, Yoga praktizieren und sich mit Philosophie beschäftigen. Wer sich dem Streben nach Seelenheil widmen oder einfach nur den Alltag in einem Aschram kennenlernen möchte, wird bei dieser großen Auswahl sicherlich fündig.
Da das Himalaya-Gebirge eine Grenzregion mehrerer Länder ist, bietet es sich an, eine Exkursion in eine der Nachbarregionen wie beispielsweise Nepal oder Tibet zu unternehmen. Es ist jedoch ratsam, sich frühzeitig über die aktuellen Einreisebestimmungen zu informieren, um die notwendigen Visa beantragen zu können.