Bhubaneswar

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Bhubaneswar ist die Hauptstadt des Bundesstaates Orissa und hat etwa 450.000 Einwohner. Zur Hauptstadt wurde sie jedoch erst im Jahre 1956, bis dahin war die Hauptstadt Cuttack. Nach 1956 wurde in Bhubaneswar ein Gebäude nach dem anderen gebaut, hoch, unkoordiniert und Straßenzüge ohne ersichtliche Planung.
Was jedoch die eigentliche Geschichte der Stadt betrifft, so ist sie bemerkenswert, denn sie reicht mehrere Jahrtausende zurück. Die meisten und deutlichsten heute noch sichtbaren Spuren kommen jedoch aus einer jüngeren Zeit, etwa dem 7.-13. Jht. n. Chr.
File 1362So sollen ehemalig um den Bindu Sagar See herum über 7.000 Tempel gestanden haben. Heute kann man mit Mühe noch ein bis zwei Dutzend erkennen. Wer jedoch genauer nachforscht, der kann Überreste von sogar mehreren hundert Tempeln entdecken. Die wohl Interessantesten von ihnen liegen um den Bindu Sagar See herum verteilt, sowie einige bis zu 2 km in Richtung Osten.
Noch heute gibt es in und um Bhubaneswar Stammesgruppen, deren Wurzeln sich etwa 2.000 Jahre zurückverfolgen lassen. Die Bekanntesten von ihnen sind die Bonda (zu erkennen daran, dass sie weitgehend nackt sind), die Juang, die Kondh (die größte Gruppe), die Santal (vor allem in der Nähe von Balasore) und die Saora (eher südliches Orissa).


Sehenswürdigkeiten:
Bindu Sagar
Dieser See enthält - wie alle Tempelseen - heiliges Wasser. Um ihn herum befinden sich die unzähligen Tempel und Überreste ehemaliger Tempel. In der Mitte des Sees ist ein kleiner Pavillon.
Alljärlich wird hierher in Form eines Festes der Gott des Ligarjaj-Tempels zur religiösen Reinigung gebracht.

Brahmeswar Mandir
Der aus dem 9. Jht. stammende Tempel ist wegen seiner gut erhaltenen, oft erotischen Figuren bekannt und sehenswert.

Dhaili
Knapp 8 km südlich von Bhubaneswar, auf dem Weg nach Puri, befindet sich ein strahlend weißes Bauwerk, das die Japaner in den 70er Jahren dem Buddhismus gewidmet haben. Es erinnert an den König Ashoka, der um 260 v. Chr. verantwortlich für den Tod von vielen hunderttausend Menschen war und sogar selbst morden ließ (sogar innerhalb der Familie). Er trat nach einer Erleuchtung dem Buddhismus bei.

Höhlen von Udaygiri
Etwa 5 km nordwestlich des Bindu Sagar Sees befinden sich die Höhlen von Udaygiri, die aus der Zeit des 1. Jht. v. Chr. stammen. Die Höhlen sind den Jainistischen Glauben zuzuordnen. Sie zeigen erstaunlich schön gemeißelte Ornamente, Figuren, Schristen und Szenen. Zu den sehenswertesten Höhlen zählen:
- Rani Ka Naur (Königinnenpalast)
- Chota Hathi Gumpha
- Jaya-Vijaya
- Swargapiri
- Hathi Gumpha (Elefantenhöhle)
- Ganesh Gumpha (Ganesh Höhle)
- Bagh Gumpha (Tigerhöhle)
Udaygiri bedeutet "Hügel des Sonnenaufgangs". Diese Region ist durch die Straße vom Khandagiri Hügel getrennt. Hier sind ebenfalls einige Höhlen zu besichtigen, die jedoch nicht so spektakulär sind wie die auf dem Udaygiri.
Lingaraj Mandir
Ursprünglich etwa im 6. Jht. n. Chr. entstanden, kommen die meisten heute sichtbaren Teile dieses Tempels aus den Jahren 1090-1105 n. Chr. Er ist dem Gott Tribuhvaneswar (auch Bhubaneswar) geweiht, dem "Gott der 3 Welten". Der höchste Turm des Tempelkomplexes misst 40m. Leider ist der Tempel für Nicht-Hindus gesperrt. Es gibt jedoch an der Nordseite der Tempelmauer eine Aussichtsplattform, die von den Briten gebaut wurde. Von hieraus hat man einen netten Blick auf das Gelände, das mehr aus 50 Tempel und Schreine bergen soll.

Parsurameswar Mandir
Dieser um 650 nach Chr. entstandene Tempel ist der wohl am besten erhaltene Tempel eines ganzen Komplexes, der sich mit vielen Tempeln entlang der Straße nach Puri erstreckt. Besonders beeindruckend sind die mühevoll gearbeiteten Reliefs von Prozessionen. Der Hindu-Tempel ist dem Gott Shiva gewidmet, von dem viele Abbildungen ebenfalls reliefartig die Wände schmücken.

Raj Rani Mandir
Dieser junge Tempel birgt das bekannte Heiligtum namens Deul. Bewacht wird das Heiligtum von 8 Wächtern, von denen je 2 in den einzelnen Himmelsrichtungen zusammenstehen. Die Skulpturen sind besonders schön und die den Tempel umgebenden Gartenanlagen geben dem Ganzen eine einzigartige Atmosphäre.

Planetarium
Circa 8 km nördlich des Bindu Sagar Sees befindet sich das Planetarium.

Staatsmuseum
Etwa 2 km nördlich des Bindu Sagar Sees an der Bhubaneswar Road befindet sich das Museum des Bundesstaates Orissa. Es berichtet über die in Orissa ansäßigen und oben bereits erwähnten Stammesgruppen und die Kultur sowie die Geschichte von Orissa. Die Öffnungszeiten sind von 10-17 Uhr.

Tribal Research Center
Da um Orissa eine Vielzahl von verschiedenen Stammesgruppen leben, hat die Hauptstadt Bhubaneswar ein entsprechendes Zentrum für Stammesforschung eingerichtet. Reliquien und reale Lebensformen werden hier historisch aufbereitet und dargestellt. Die Öffnungszeiten sind von 10-17 Uhr.

Vaital Mandir
Etwa 100m nordöstlich des Bindu Sagar Sees befindet sich dieser unter buddhistischem Einfluss entstandene Tempelbau aus dem 8. Jht. In ihm wurden tantrische Anbetungen und Opferungen an die Göttin Kali (die Schreckliche; Gemahlin von Shiva) abgehalten.